TSV 1880 Schwandorf Abteilung Judo — www.judo-schwandorf.de  TSV 1880 Schwandorf e.V. Judo

Kampfregeln

Kampfregeln und Anweisungen

Möglicherweise sind Sie zum ersten Mal Zuschauer einer Judo-Veranstaltung und finden das, was auf der Matte passiert recht verwirrend. Damit Sie mehr vom Zuschauen haben, wollen wir Ihnen ein paar Kampfregeln erklären.

Der Mann oder die Frau in Anzugkombination - bei offiziellen Kämpfen mit schwarzem Blazer - auf der Kampffläche, die von den roten Matten begrenzt wird, ist der Mattenrichter, die an den Tischen an der Seite Sitzenden sind die Außenrichter und unterstützen ihn bei seinen Entscheidungen.

Die Kämpfer haben zur besseren Unterscheidung zusätzlich zu ihrem eigenen Gürtel einen roten bzw. weißen Kampfgürtel umgebunden. Was der Kampfrichter zu sagen hat, sagt er immer auf Japanisch: "Hajime" (= beginnen) und dann geht's nach einer Verbeugung los.


Punkte Wertung Strafe Zeit Zeichen
1 Koka
Gegner fällt ohne Wucht auf den Po
Shido 10-14 sec
2 Yuko
Gegner fällt ohne Wucht auf den Oberschenkel
Cui
Für Inaktivität, Heraustreten etc...
15-19 sec
5 Waza-ari
Gegner fällt mit Wucht auf den Oberschenkel, bzw. auf die Seite
Keikoku
Unsportlichkeit+Fegen des Standbeins von hinten
20-24 sec
10 Ippon
Gegner fällt mit Wucht auf den Rücken
Hansokumake
Unsportlichkeit+Nackenrolle
25 sec

Beide Kämpfer versuchen den Griff zu bekommen, der es ihnen erlaubt, ihre Technik anzusetzen. Beim Judo geht es ja darum, durch Zug oder Druck den Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen, ihn mit einer Technik möglichst entscheidend zu Fall zu bringen, und, gegebenenfalls am Boden,mittels einer Würge-, Hebel- oder Haltetechnik (25 Sekunden) zum Sieg zu kommen.

Gelingt ein Wurf perfekt, reißt der Mattenrichter den Arm hoch und ruft "Ippon" (entspricht der vollen Punktezahl 10), dann "Sore made" - das war's, der Kampf ist beendet.

Gelingt eine solche Aktion nicht mit letzter Perfektion, aber doch ganz ordentlich, gibt der Mattenrichter "Wazaari" (halbe Punktezahl). Im Bodenkampf entspricht das einem Haltegriff von 20 bis 24 Sekunden. Das bringt einen Kämpfer schon weiter, denn ein weiterer "Wazaari" ergibt addiert "Ippon"!

Weil der Gegner jedoch auch Judo kann (sonst stünde er ja nicht auf der Matte) und sich mehr oder weniger geschickt verteidigt, gelingt nicht alles so vortrefflich. So landet der Angegriffene manchmal nur auf dem Bauch, auf den Knien oder auf dem Allerwertesten. Dafür gibt es gar keine Wertung oder eine mittlere ("Yuko", 2 Punkte) bzw. eine kleine ("Koka"), die einen Vorteil bringt.

Die Wertungen werden an der Tafel angezeigt. Die Kampfzeit beträgt - je nach Alter - zwei bis fünf Minuten, bei jeder Unterbrechung des Mattenrichters ("Matte") wird die Uhr angehalten.

Bestrafungen sind eine üble Sache, am übelsten für den Betroffenen. Das Schlimmste auf der Judomatte ist eine unfaire, gefährliche Handlung. Solche Aktionen führen zur Disqualifikation, "Hansokumake" genannt, kommen aber sehr selten vor. Öfter dagegen passiert es, daß ein Kämpfer bewußt aus der Kampffläche heraustritt, um aus der Bedrängnis zu gelangen. Das gibt nach dem wiederholten Male ein "Keikoku" (= Wazaari für den Gegner). Kleinere Vergehen werden mit "Chui" (2 Punkte) oder " Shido " geahndet.
Bestrafungspunkte werden sofort dem Gegner gutgeschrieben.